2020 ging Nix & Nada – ein Rückblick

2020 ging Nix & Nada. Ein Jahr, das völlig anders war als erwartet und uns alle vor ungeahnte Herausforderungen gestellt hat. Was auch bleibt ist Familienzeit, „Einfachmalnichtsplanen“, die kreative Küche und Davos. Mein Rückblick.

Wir haben über die Weihnachtsfeiertage viel gelesen und gehört, wie wahnsinnig anspruchsvoll und herausfordernd das vergangene Jahr war. Wie wir alle an unsere Grenzen kamen, wie wir uns neu organisieren, orientieren und Gewohnheiten neu erfinden mussten. Doch bei all der Schwere und den Herausforderungen, denen wir uns alle stellen mussten, überwiegen bei mir die positiven Dinge – mein Coronajahr war einfach fantastisch – beruflich wie privat.

Geplant war ja im 2020 alles ganz anders – gut, ich wollte so richtig bei meinem neuen Arbeitgeber durchstarten und Gas geben – das hab ich dann auch gemacht. Privat ist aber viele ganz anders – und dennoch ganz wunderbar rausgekommen. Denn obwohl wir nicht unsere wunderbaren Reisen nicht machen konnten – wir wollten nach Rom im April, über Pfingsten nach Bordeaux und in den Herbstferien nach Wien und Ungarn. Es war auch geplant im Sommer nach Nizza zu fahren und weitere Lieblingsorte zu besuchen. Corona und das Ausmass und die Schwierigkeiten konnten wir kaum erahnen. Wir haben uns ins Homeoffice begeben und im Homeschooling neben dem normalen Job das beste gegeben. Wir haben die Zeit zu Hause verbracht, unsere Freunde und Familie nicht mehr getroffen und sind, wenn überhaupt, nur noch gezielt vor die Türe – fürs Einkaufen, für gemeinsame Aktivitäten in der Reussebene.  Wir haben mehr gekocht und es uns zu Hause sehr gemütlich eingerichtet.

Was bleibt mir im Rückblick aus 2020

«Einfachmalnichtsplanen»

Es war nix los. Man hat nichts verpasst. Alles war zu. Kein Restaurant, keine Freizeiteinrichtung offen und man hat somit auch nichts verpasst. Wenn es einigen vielleicht Angst macht, dass man nichts konsumieren kann, so war es für mich einfach Glück. Dass ich im Aussen nichts verpasse, das weiss ich schon lange. Für mich sein, auch mal nichts planen oder machen. Auch mal nichts vorhaben. Das habe ich schon vor Corona gelebt. Von allem ein bisschen weniger. Dafür viel mehr Qualität fürs eigene Leben. Das durften wir lernen oder so richtig zelebrieren.

Familienmikrokosmos

Echte Familienzeit – was für ein grosses Geschenk. Wir durften mit unserer Süssen so viel Zeit wie seit vor dem Kindergarten als sie noch ein Kleinkind war, verbringen. Einfach zusammen sein. Neue Dinge entdecken. Gemeinsam Kochen, Basteln, Sport machen, Spiele spielen und die Gegend erkunden beim Velofahren, Wandern & Bräteln. Diese Zurückgezogenheit mit den liebsten 2 Menschen als Familie zusammenzuwachsen und so eine echte und wahnsinnig tolle Familienzeit erleben. Dieser Mikrokosmos in welchem uns alles erlaubt war. Das ist pures Glück für mich. Uns wurde durch Corona Zeit geschenkt, die wir vielleicht auf einer längeren Familienreise erleben würden oder höchstens während Ferien. Diese geschenkte Zeit ist im Nachhinein das wahre Glück. Denn so wird’s nie mehr sein und sie wird nie wiederkommen. Wir durften festhalten, was wir mit unseren Kindern nur in den Jahren vor der Einschulung haben. Wenn sie klein sind, dann hören wir immer, wir sollten jeden Moment geniessen, denn sie werden so schnell gross und die Zeit vergeht so schnell. Nun wurden uns einige Wochen geschenkt und wir durften das wirklich Wichtige und Wesentliche erleben. Aufsaugen. Festhalten. Nochmals erleben. Für mich ist das so bedeutsam und das grösste Geschenk überhaupt.

Das Gute liegt so nah

Unser Radius hat sich durch Corona massiv verkleinert. Reisen ins nahe Ausland war nicht mehr möglich. Freunde in Nachbarländern besuchen, Ferien in Nizza oder Kurztrips nach Italien. Plötzlich ging nichts mehr. Das hat mich schon sehr erschreckt. Nicht mehr Reisen. Nicht mehr Freunde besuchen. Nicht mehr mal für ein Weekend nach Italien. Nicht mehr nach Nizza in die Ferien. Das hat sich sehr beengt angefühlt. Und mich auch etwas ohnmächtig gemacht. Und dann hab ich den Fokus verlagert. Die Schweiz bietet ja so viel. Und zu Hause sein – in diesem schönen Zuhause – das hat sich als Segen erwiesen. Weil wir in unserem Familienmikrokosmos einfach alles hatten, was wir gebraucht haben. Und da ja eh niemand reisen durfte, sassen wir ja alle im gleichen Boot.

Davos – ein glücklicher Zufall oder Vorhersehung?

Ein sehr glücklicher Zufall war, dass wir bereits im Januar 2020 begonnen haben, nach Wohnungen in Davos Ausschau zu halten. Mal richtig Winter erleben. Das war unser Wunsch. An traumhafter Lage, konnten wir uns vor dem Sommer diesen Traum verwirklichen. Und es ist ein Segen und ein Glück. Gerade, wenn man nirgends hin kann, haben wir die Möglichkeit gehabt, mal etwas Abstand zu haben, mal etwas rauszukommen und abzuschalten. Im Sommer sind wir wandern gegangen. Nun dürfen wir den Winter erleben. Davos war für mich sofort der neue Rückzugsort. Entspannung und Erholung stellen sich jeweils sofort ein und es ist jedes Mal wundervoll den Familienmikrokosmos zu zelebrieren. Und im Nachhinein hat sich das Projekt Wohnung in Davos als Glücksfall erwiesen, denn inzwischen wollen alle eine Wohnung in den Bergen um etwas Luftveränderung zu haben oder von der Stadt aufs Land ziehen für etwas mehr Raum und Luft.

Kreative Küche

Was wir im Lockdown und während der Pandemie auch entdeckt haben, ist die kreative Küche. Wir haben gemeinsam gekocht. Ich habe selber viele Rezepte ausprobiert. Meine Süsse und mein Schatz haben zusammen gekocht und mein Schatz hat auch die Freude am Kochen entdeckt. So sind viele leckere Rezepte zusammengekommen und wir haben es uns richtig gut gehen lassen. Die Restaurants haben wir so kaum vermisst und erst noch viel gesünder gegessen.

Letztlich haben die Pandemie und das Virus bei mir viel Positives bewirkt. Familienzeit, wie ich sie in der Form wohl nie mehr erleben werde. Die Zurückgezogenheit und Einfachheit, die das wahre Glück darstellen. Gemeinsame Zeit mit den Liebsten Menschen, an Orten – nämlich zu Hause oder in Davos – die einem einfach guttun. Das «Einfachmalnichtsplanen» und «Einfachmalnichtsmüssen» und von allem ein bisschen weniger. Das ist wahrer Reichtum. Und das möchte ich auch in Zukunft so leben und haben. Ganz bei mir und mit dem sehr zufrieden.

Susan Diethelm

Susan Diethelm

„Mon petit bonheur“ – mein kleines Glück entdecke ich jeden Tag. Es sind die feinen, stillen, unerwarteten Dinge, die diese Gefühl hervorrufen. Kommt mit auf Entdeckungsreise.